Eric Naville

Gedanken im Kreis der zwölf Weltanschauungen

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Die Quantenphysik

9. Juli 2026

Es gibt eine Stelle, an der die Physik am genauesten rechnet und am wenigsten zu sagen weiss, wovon sie redet: die Quantenphysik. Sie trifft ihre Vorhersagen auf zwölf Nachkommastellen — und über die Frage, was ihre Wellenfunktion eigentlich sei, ein Ding oder ein Rechenmittel, streiten ihre besten Köpfe seit hundert Jahren ohne Entscheid. Genau an diese Stelle legt Bill Gaede seinen alten Schnitt: Ein Ding zeigt man, einen Begriff definiert man — und die Grundworte der Quantenwelt, Welle und Photon, zeigen auf nichts. Der Ort im Kreis bleibt die Art I des Materialismus; zur Prüfung steht diesmal ein Feld, in dem der Vorwurf, das Wort habe sein Ding verloren, nicht bloss von einem Kritiker der Physik kommt, sondern aus der Physik selbst zu hören ist. Und daneben steht, was die Frage so schwer macht: die genaueste Vorhersage, die je eine Wissenschaft gewagt hat.

Welle ist ein Tätigkeitswort

Gaedes Angriff auf die Quantenphysik ist derselbe wie überall, nur schärfer, weil das Gebiet ihm mehr Fläche bietet. Sein erster Streich gilt dem Wort „Welle“. Eine Welle, sagt er, sei kein Ding, sondern etwas, das ein Ding tut:

“Wave is what an object does. There is no physical object called ‚wave‘. For the purposes of Physics, wave is strictly a verb.”

– Bill Gaede

Man kann das Meer wogen sehen, aber man kann die Woge nicht herausheben und danebenlegen; die Woge ist, was das Wasser tut. Wer „Welle“ zum Hauptwort macht und mit ihr rechnet, als wäre sie ein Körper, hat für Gaede den ersten Fehler schon begangen — ein Verb zum Substantiv erklärt.1

Beim Photon wird es ärger. Es soll ein Elementarteilchen sein und ist zugleich, mit Gaedes Worten, „a dimensionless and massless ‚entity‘“ — ein Etwas ohne Ausdehnung und ohne Masse, also nichts, worauf sich zeigen liesse. Und die Teilchen selbst, auf denen die ganze Quantenphysik ruht, hat nach Gaede niemand je gesehen. Sie werden erschlossen, nicht vorgezeigt — die Teilchen-Hypothese sei eine Annahme, nie habe ein Forscher je ein subatomares Teilchen gesehen, alle seien erschlossen: „The particle hypothesis is an ASSUMPTION.“ — „NEVER have researchers EVER seen a subatomic particle. ALL subatomic particles … have been INFERRED.“ Wo man aber mit einem Verb und einem gestaltlosen Punkt rechnet und beides für Körper ausgibt, da treibt man, so sein hartes Wort, „‚physics‘ with spirits and ghosts“ — Physik mit Geistern und Gespenstern.2

Was denn wogt

An dem grammatischen Befund ist etwas Wahres, und es lohnt, es zuzugeben, ehe man weitergeht. „Welle“ ist tatsächlich ein Tätigkeitswort; etwas wogt. Der Streit ist also nicht, ob „Welle“ ein Verb sein kann — das kann es —, sondern was denn wogt. Und hier stehen sich nur zwei Antworten gegenüber, nicht mehr. Die Physik sagt: eine Feldamplitude, die Wellenfunktion, die wogt. Gaede sagt: gar kein Wogen, sondern ein Seil, das sich verdrillt. Beide setzen ein Ding unter die Erscheinung; nur nennt der eine die Bewegung Wogen, der andere Drehung. Das ist die faire Verengung des Disputs: Sie nimmt Gaede den Vorwurf des blossen Sprachfehlers aus der Hand, und die Frage, was denn wogt, bleibt offen.

Denn dass hier überhaupt von einer Welle die Rede ist, ist keine Nachlässigkeit der Sprache, sondern ein Messbefund. Dasselbe Elektron zeigt am Doppelspalt ein Interferenzmuster — es verhält sich wellig — und schlägt doch als einzelner, körniger Punkt auf dem Schirm ein. Louis de Broglie sagte 1924 jeder Materie eine Wellenlänge zu, streng gefasst in der kleinen Gleichung λ = h/p; drei Jahre später beugten Davisson und Germer einen Elektronenstrahl am Kristall und fanden genau die vorhergesagten Ringe. Die Welle-Teilchen-Dualität ist nicht Schlamperei, sondern der ehrliche Name für einen Tatbestand, der widersprüchlich aussieht und sich dennoch beliebig oft wiederholen lässt. Niels Bohr nannte das Komplementarität und liess den Widerspruch stehen: bald das eine Bild, bald das andere, nie beide zugleich, und keines allein genug. Man muss ihn hier aushalten, nicht vorschnell nach einer Seite auflösen.3

Gaedes eigene Antwort auf die Frage, was wogt, ist das Seil. Licht sei weder Welle noch Teilchen, sondern eine Drehung entlang eines physischen Doppelfadens — wo die Welle sich zweidimensional auf und ab bewege, verdrille sich das Seil dreidimensional: „Whereas the wave waves up and down, two-dimensionally, the rope torques three-dimensionally“; und die vertraute Gleichung c = ƒλ sei „die Gleichung eines Seils“ („the equation of a rope“). Diese „Rope Hypothesis“ ist die seine — im Selbstverlag und auf offenen Preprint-Ablagen veröffentlicht, in keiner begutachteten Zeitschrift, von der Fachphysik weder geprüft noch widerlegt, sondern übergangen. Sie steht hier als sein Lösungsversuch, nicht als Widerlegung dessen, was die Quantenphysik kann; und übernommen wird sie nicht.4

Wo ihm die Physik halb recht gibt

An zwei Stellen kommt die Physik ihm weiter entgegen, als man erwarten würde. Die erste betrifft den Ort der Wellenfunktion. Man stellt sie sich gern als eine Art Nebel im Raum vor, der sich um ein Teilchen legt — doch das ist schon falsch. Für ein einzelnes Teilchen mag das Bild noch tragen; für zwei Teilchen lebt die Wellenfunktion bereits in einem sechsdimensionalen Raum, für N Teilchen in einem 3N-dimensionalen Konfigurationsraum, nicht in dem Zimmer, durch das wir gehen. Selbst wer sie für durchaus real hält, wie der Philosoph David Albert, muss einräumen, dass sie kein Ding im Anschauungsraum ist; Albert zieht daraus sogar den Schluss, unsere gewohnte dreidimensionale Welt sei in gewissem Sinne erst ein Erzeugnis unserer inneren Darstellung. Das trifft Gaedes Zeig-Forderung an einer ernsten Stelle: ein Objekt, auf das sich zeigen liesse, ist die Wellenfunktion für niemanden, auch für ihre Freunde nicht.5

Die zweite Stelle liegt am Anfang der ganzen Quantenphysik. Das „Energiequant“ selbst, ihr Urbegriff, war zuerst nichts als eine Rechengrösse. Max Planck führte 1900 „Energieelemente“ ein, um seine Strahlungsformel überhaupt herzuleiten; den sprunghaften, unstetigen Charakter schrieb er aber nicht dem Licht zu, sondern nur den Vorgängen des Aussendens und Aufnehmens in der Wand des glühenden Körpers — ein formaler Kunstgriff, an dessen physische Wirklichkeit er selbst kaum glaubte. Erst Albert Einstein wagte 1905, in seiner Arbeit über einen „heuristischen Gesichtspunkt“ zum Licht, den Sprung: das Strahlungsfeld selbst bestehe aus einzelnen Lichtquanten. Hier hat die Physik einen Grundbegriff, den sein eigener Urheber für einen Rechentrick hielt und erst ein zweiter zum Ding erklärte. Die Naht zwischen Rechengrösse und Körper sitzt genau dort, wo die Rechnung unerwartet zutrifft — beim Lichtquant war es der photoelektrische Effekt, der sie vernähte.6

Die genaueste Vorhersage der Wissenschaft

Und doch rechnet dieselbe ratlose Theorie genauer als jede andere Wissenschaft. Die Quantenelektrodynamik trifft das magnetische Moment des Elektrons, die Grösse g, bis in die zwölfte Stelle: Gemessen wurde 2023 im Labor von Gerald Gabrielse ein Wert von g/2 = 1,001 159 652 180 59, mit einer Unsicherheit erst in der dreizehnten Stelle; die Rechnung, die dafür Tausende von Feynman-Diagrammen aufsummiert, trifft ihn — Theorie und Experiment stimmen auf etwa ein Teil in einer Billion überein. Das ist, als sagte man die Entfernung von Zürich nach New York voraus und träfe sie bis auf die Breite eines Haares.7

Man kann darin die schärfste Antwort auf den Verdacht hören, das alles sei nur Rechnerei ohne Kontakt zum Stoff — und doch schmälert der Erfolg das Rätsel nicht, er begrenzt es nur. Er beweist, dass die Rechenregel vorzüglich funktioniert; er beweist nicht, dass die Wellenfunktion oder das Quantenfeld Dinge sind. Zwischen „es rechnet fehlerlos“ und „wir wissen, was da ist“ klafft eine Lücke, und diese Lücke hat einen Namen.

Ein offenes Problem der Physik selbst

Sie heisst das Messproblem, und sie ist kein Einwand der Kritiker, sondern eine offene Wunde der Physik selbst. John Stewart Bell hat sie in einen Satz gefasst — entweder sei die Wellenfunktion, wie die Schrödinger-Gleichung sie gebe, nicht alles, oder sie sei nicht richtig:

“Either the wavefunction, as given by the Schrödinger equation, is not everything, or it is not right.”

– John Stewart Bell

An dieser Gabel scheiden sich alle Deutungen — und das ist das Erstaunliche: Fünf ernstzunehmende Physiker können dieselbe, auf zwölf Stellen bestätigte Rechnung ansehen und über die eine Frage, ob die Wellenfunktion ein Ding sei, bis zur Unvereinbarkeit auseinanderliegen. Für die Kopenhagener Deutung ist sie kein Bild von etwas: Bohr habe, so referiert es die Stanford-Enzyklopädie, die ψ-Funktion für rein symbolisch gehalten, sie stelle „nichts Wirkliches dar“ („does not represent anything real“); rechne mit ihr, frag nicht nach dem Dahinter. Die bohmsche Mechanik dagegen macht die Welle real: sie ist eine Führungswelle, die echte Teilchen mit stets bestimmtem Ort durch den Doppelspalt schiebt — der Zufall verschwindet, das Teilchen ist wieder ein Ding. Everetts Viele-Welten streichen den Kollaps ganz: die Wellenfunktion entwickelt sich immer glatt weiter, und bei jeder Messung treten alle möglichen Ausgänge ein, jeder in einer neu abzweigenden Welt — die Wellenfunktion ist dann das einzig Reale. Die Kollaps-Theorien von Ghirardi, Rimini und Weber fügen der Gleichung einen echten, physischen Zusammenbruch hinzu. Und der QBismus erklärt die Wellenfunktion zum blossen Glaubensgrad eines Beobachters: die Quantenmechanik sei „a users‘ manual that any agent can pick up and use to help make wiser decisions“ — ein Benutzerhandbuch, kein Weltbild. Dieselbe Mathematik trägt fünf unvereinbare Welten, und keine ist widerlegt.8

Wer hoffte, ein Theorem werde die Sache entscheiden, wird enttäuscht. Der Satz von Pusey, Barrett und Rudolph von 2012 zeigt zwar, unter ausdrücklichen Annahmen, dass die Wellenfunktion sich nicht rein als Ausdruck unseres Nichtwissens wegdeuten lässt — sie muss dem einzelnen System als Eigenschaft anhaften. Aber er schliesst nur bestimmte Deutungen aus; er beendet den Streit nicht, er verschärft ihn.9 Und die Beunruhigung kam nicht von aussen: Die Väter der Theorie selbst haben ihr misstraut. Einstein schrieb 1926 an Max Born den Satz, aus dem das geflügelte Wort wurde:

„Die Quantenmechanik ist sehr achtunggebietend. Aber eine innere Stimme sagt mir, daß das noch nicht der wahre Jakob ist. Die Theorie liefert viel, aber dem Geheimnis des Alten bringt sie uns kaum näher. Jedenfalls bin ich überzeugt, daß der nicht würfelt.“

– Albert Einstein an Max Born

Er hielt die Theorie für unvollständig; es müsse ein tieferes, bestimmtes Sein hinter dem Würfeln geben. Bohr hielt sie für vollständig. Ihr Streit ist nie entschieden worden — er ist das Messproblem in Personen.10 Und Erwin Schrödinger, dessen Gleichung im Zentrum steht, ersann seine berühmte Katze eigens, um die Verdinglichung der Überlagerung ins Absurde zu treiben: Ist ein Atom in der Schwebe zwischen Zerfall und Nichtzerfall und hängt das Leben der Katze daran, so stünde die lebende und die tote Katze zu gleichen Teilen in einer einzigen Wellenfunktion —

„Die Psi-Funktion des ganzen Systems würde das so zum Ausdruck bringen, daß in ihr die lebende und die tote Katze (s. v. v.) zu gleichen Teilen gemischt oder verschmiert sind.“

– Erwin Schrödinger

Die verschmierte Katze ist als Ungereimtheit gemeint, nicht als Behauptung; Schrödinger richtet sie gegen die naive Verdinglichung der Wellenfunktion — dieselbe Stossrichtung wie Gaede. Im selben Aufsatz prägt er für die eigentümliche Verbindung zweier Quantensysteme das Wort „Verschränkung“ und nennt sie den kennzeichnenden Zug der Quantenmechanik überhaupt.11 Nur zieht Schrödinger, wie Einstein, aus der Ratlosigkeit keinen Materialismus, sondern die Warnung, dass an der Deutung etwas nicht stimme. Genau hier trennt sich Gaede von ihnen: Wo die Physik sagt „wir wissen es noch nicht“, sagt er „ihr wisst nicht, wovon ihr redet“.

Zwei Fluchten aus derselben Ratlosigkeit

Hier ist eine Deutung angelegt, die dieser Seite gehört, nicht Gaedes Wort und nicht Lehrsatz. Gaede hat eine echte Ratlosigkeit vor sich — die legen die Väter der Theorie selbst offen. Seine Frage nach dem Ding ist unentbehrlich: Was zeigt ihr, wenn ihr „Welle“ und „Photon“ sagt? Seine Antwort aber — die Flucht in ein Ding, das Seil — behandelt die Frage als erledigt, wo sie es nicht ist. Und dass es eine Flucht ist, zeigt ihr genaues Spiegelbild. Denn dieselbe Fuge — die Dualität von Welle und Teilchen — bricht noch eine zweite, von Gaede unabhängige Denkschule auf, nur von der entgegengesetzten Seite. Milo Wolff und der Kanadier Gabriel LaFreniere deuten in ihrer „Wave Structure of Matter“ das Elektron als eine kugelförmige stehende Welle; für sie gibt es nur Welle, und das Teilchen ist die Täuschung. Wo Gaede allein das Ding behält und das Wogen verwirft, behalten sie allein das Wogen und verwerfen das Ding. Zwei unabhängige Denker brechen dieselbe Naht an derselben Stelle und fliehen in entgegengesetzte Welten — das ist selbst ein Zeugnis, wie ungeklärt die Sache im Kern ist.12

Im Bild dieser Seite trägt der Materialismus den Körper — das Greifbare, das Gestaltete, auf das sich deuten lässt. Der ehrliche Materialismus hielte beides in einer Hand: das körnige Ding, das auf dem Schirm einschlägt, und das wellige Verhalten, das die Interferenz erzeugt, und ertrüge, dass beide sich nicht zu einem Bild fügen. Beide Flüchtlinge greifen sich dagegen nur eine Hälfte und lassen die andere fallen — der eine den Körper ohne das Wogen, der andere das Wogen ohne den Körper. Die Substanz zerreisst in der Hand dessen, der sie zu retten glaubt, wo er den einen Widerspruch nicht stehen lässt, den die Physik seit hundert Jahren trägt.

Was also bleibt, ist kein Urteil, sondern ein Feld, das die Frage in ihrer schärfsten Gestalt zurückgibt. Die Quantenphysik ist das äusserste Gebiet dieser Reihe: hier ist die Rechnung am genauesten und das Ding am fernsten, und beide Befunde sind wahr. Was aus dem einen Materialismus wird, der gelernt hat, dass er auf seinen eigenen Grund nicht mehr zeigen kann — ob er daran zerbricht oder darin erst zu sich kommt —, das lässt sich an keinem einzelnen Gebiet mehr entscheiden. Es ist die Frage, mit der die Reihe ihr letztes Wort vorbereitet.

Quellen

  1. Bill Gaede: „RopeLite“ („Wave is what an object does. There is no physical object called ‚wave‘. For the purposes of Physics, wave is strictly a verb“). youstupidrelativist.com.
  2. Bill Gaede: „RopeLite“ (Photon „a dimensionless and massless ‚entity‘“; „‚physics‘ with spirits and ghosts“) und „MPQM“ („The particle hypothesis is an ASSUMPTION“; „NEVER have researchers EVER seen a subatomic particle. ALL subatomic particles … have been INFERRED“).
  3. Zur Welle-Teilchen-Dualität als Messbefund: Louis de Broglie, Recherches sur la théorie des quanta (Thèse, Paris 1924), Materiewellenlänge λ = h/p; Clinton Davisson und Lester Germer, „Diffraction of Electrons by a Crystal of Nickel“, Physical Review 30 (1927) 705 (experimentelle Bestätigung der Elektronenbeugung); Niels Bohr, „Das Quantenpostulat und die neuere Entwicklung der Atomistik“, Naturwissenschaften 16 (1928) 245 (Komplementarität). Lehrbuchgut; hier nach der Darstellung im Recherchebericht referiert.
  4. Bill Gaede: „RopeLite“ („Whereas the wave waves up and down, two-dimensionally, the rope torques three-dimensionally“; „The equation c = ƒλ is the equation of a rope“). Zum Publikations- und Rezeptionsstand der „Rope Hypothesis“ (Selbstverlag, viXra, keine begutachtete Physik-Publikation, von der Fachphysik nicht rezipiert) vgl. die Quellenkritik dieser Reihe.
  5. Zum Konfigurationsraum der Wellenfunktion und zum Wellenfunktions-Realismus: David Albert, „Elementary Quantum Metaphysics“, sowie „Three arguments for wave function realism“, European Journal for Philosophy of Science 13 (2023) — die Wellenfunktion lebt im 3N-dimensionalen Konfigurationsraum, nicht im Anschauungsraum. Hier snippet-basiert referiert und paraphrasiert; die Primärtexte wurden nicht selbst eingesehen.
  6. Zur Geschichte des Quantenbegriffs: Max Planck, „Zur Theorie des Gesetzes der Energieverteilung im Normalspectrum“ (1900), „Energieelemente“ zunächst nur für Emission und Absorption; Albert Einstein, „Über einen die Erzeugung und Verwandlung des Lichtes betreffenden heuristischen Gesichtspunkt“, Annalen der Physik 17 (1905) 132 (Sprung zum Lichtquant). Der Umstand, dass Planck die physische Realität der Quantelung des Lichts selbst nicht annahm, hier snippet-basiert referiert (u. a. de.wikipedia „Quantenhypothese“).
  7. X. Fan, T. G. Myers, B. A. D. Sukra, G. Gabrielse: „Measurement of the Electron Magnetic Moment“, Physical Review Letters 130 (2023) 071801 (g/2 = 1,001 159 652 180 59(13); Übereinstimmung von Standardmodell und Experiment auf etwa 1 Teil in 10¹²). Abstract [direkt] eingesehen.
  8. J. S. Bell, zitiert nach „Philosophical Issues in Quantum Theory“, Stanford Encyclopedia of Philosophy („Either the wavefunction … is not everything, or it is not right“; ebd. zum Messproblem und zu den GRW-Kollaps-Theorien). Zu den Deutungen: „Copenhagen Interpretation of Quantum Mechanics“ (Bohr: die ψ-Funktion „does not represent anything real“, Referat der SEP, kein wörtliches Bohr-Zitat), „Bohmian Mechanics“ (Führungswelle), „Many-Worlds Interpretation“ (verzweigende Welten) und „Quantum-Bayesian and Pragmatist Views“ (C. A. Fuchs: „a users‘ manual …“), alle Stanford Encyclopedia of Philosophy.
  9. M. Pusey, J. Barrett, T. Rudolph: „On the reality of the quantum state“, Nature Physics 8 (2012) 475 (unter der Annahme der Präparationsunabhängigkeit lässt sich die Wellenfunktion nicht rein epistemisch deuten; ψ-ontisch). Hier snippet-basiert referiert und vorsichtig paraphrasiert; das Original wurde nicht selbst eingesehen.
  10. Albert Einstein an Max Born, 4. Dezember 1926, in: Albert Einstein, Hedwig und Max Born: Briefwechsel 1916–1955, München/Reinbek 1972, S. 97 f., zitiert nach de.wikipedia „Gott würfelt nicht“, die die Briefausgabe wörtlich wiedergibt.
  11. Erwin Schrödinger: „Die gegenwärtige Situation in der Quantenmechanik“, Naturwissenschaften 23 (1935), S. 807–812, 823–828, 844–849 (Katzenbeispiel und „verschmiert“ S. 812), zitiert nach de.wikipedia „Schrödingers Katze“, die die Erstausgabe wörtlich zitiert. Dass Schrödinger im selben Aufsatz den Begriff „Verschränkung“ prägt und sie den kennzeichnenden Zug der Quantenmechanik nennt, ist hier paraphrasiert; der genaue Wortlaut dieses Satzes wurde im Original nicht eingesehen.
  12. Zur „Wave Structure of Matter“: Milo Wolff (das Elektron als kugelförmige stehende Welle; „matter is made of waves“) und Gabriel LaFreniere (1942–2012, matiereondulatoire.com / rhythmodynamics.com, heute nur in Spiegeln bergbar). Hier snippet-basiert referiert; als spiegelbildliches Gegenstück zu Gaedes Rope Hypothesis geführt.

Zur Arbeitsweise: Die englischen Zitate von Gaede stammen aus seinen eigenen, im Selbstverlag veröffentlichten Texten (RopeLite, MPQM auf youstupidrelativist.com) und sind dort im Wortlaut belegt; Bells Dilemma sowie die Kennzeichnung der Deutungen (Bohr, Bohm, Everett, GRW, QBism/Fuchs) sind den Artikeln der Stanford Encyclopedia of Philosophy entnommen — das Bohr-Wort „does not represent anything real“ ist deren Referat von Bohrs Auffassung, kein wörtliches Bohr-Zitat. Die deutschen Originale von Einstein (Born-Briefwechsel 1972) und Schrödinger (Naturwissenschaften 1935) sind über die sie wörtlich wiedergebenden de.wikipedia-Seiten belegt und in ihrer Orthographie samt „ß“ belassen; der Fliesstext folgt dem Schweizer „ss“. Der Messwert des Elektron-g/2 ist dem Abstract von Fan/Gabrielse (2023) entnommen. Vorsichtig und nur paraphrasiert, weil die Primärtexte nicht selbst eingesehen wurden, bleiben das PBR-Theorem, der Konfigurationsraum-Realismus (Albert), Schrödingers Verschränkungs-Satz sowie die Angabe, Planck habe an die physische Realität der Lichtquantelung zunächst nicht geglaubt. Die „Rope Hypothesis“ Gaedes wie die „Wave Structure of Matter“ von Wolff und LaFreniere sind eigenständige, in der Fachphysik nicht rezipierte Lehren und werden als solche geführt, nicht übernommen. Geprüft ist durchweg die Sache, nicht die Person.